Artikel-Schlagworte: „Pflege“

Selbsthilfegruppen/-organisationen, die sich von Herstellerinteressen bewusst abgrenzen

MEZIS e.V., Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte

MEZIS für PatientInnen: Selbsthilfegruppen

PatientInnenorganisationen und Selbsthilfegruppen haben einen guten Ruf:

Glaubwürdig und kritisch vertreten sie die Rechte von Betroffenen und deren Angehörigen – ob Brustkrebspatientinnen, psychisch Kranke oder Menschen mit Inkontinenzproblemen. Und sie besitzen gesellschaftliche Macht! Insgesamt gibt es in Deutschland ca. 70.000 Selbsthilfegruppen mit über drei Millionen Mitgliedern, auf Bundesebene sind es ca. 300 Selbsthilfeorganisationen/-verbände. Diese können beachtlichen politischen Druck ausüben, bei ÄrztInnen neue Medikamente einfordern oder bestimmte Behandlungsverfahren weiter empfehlen. Dieses Potential versuchen leider Pharmaunternehmen seit einigen Jahren für ihre Zwecke zu nutzen. In einer „strategischen Allianz mit den Patienten“ beraten viele Arzneimittelfirmen im eigenen Absatzinteresse „interessante“ Selbsthilfegruppen über die neuesten Therapieformen, laden die zum großen Teil ehrenamtlich tätigen SelbsthilfeaktivistInnen zu Produktpräsentationen und Kongressreisen ein, finanzieren Aufklärungsbroschüren und Öffentlichkeitsarbeit. In der Öffentlichkeit eignen sich PatientInnenorganisationen zudem als unverdächtige Fürsprecherinnen: Droht etwa für ein Medikament das Ende der Erstattungspflicht innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung, ist die geballte Empörung zahlreicher Betroffener wesentlich wirkungsvoller als Proteste des herstellenden Unternehmens.

(…)

©01/2014 mezis.de

»»»

Direkter Link zur Information:

www.mezis.de/selbsthilfegruppen.html